Rundbrief

                  Nr. 49

Juli 2017

 

Liebe Schlossfreundinnen,

                                          liebe Schlossfreunde,

 

in dieser Ausgabe habe ich als Stellvertreterin die Gelegenheit erhalten, den Eingangsartikel des Rundbriefes zu verfassen. Unser Vorsitzender musste sich in diesen Tagen einem operativen Eingriff unterziehen und fehlt an dieser Stelle. Wir alle wünschen ihm einen guten Heilungsverlauf und weiter alles Gute für seine Gesundheit.

Lebendige Gegenwart ist die erfolgreiche Anpassung an Veränderungen. Schloss Bevern, Mittelpunkt unserer vereinten Bemühungen und unseres beständigen Engagements als Förderverein, ist mit seiner wechselhaften Geschichte das beste Beispiel für ein Weiterbestehen unter veränderten Bedingungen. Mein Beitrag Schlossgeschichten ist in diesem Sinne verfasst.

Veränderung gestalten ist unser Bemühen auch im Vorstand unseres Vereins. Wieder einmal haben wir die Organisation und Leitung unserer beliebten jährlichen Kulturreisen in andere Hände gelegt. Nach Karin Koch-Rosner und Klaus-Volker Kempa hat nun Gerd Witzel die Staffel übernommen. Mit seiner ersten Reise hat er uns nach Schlesien geführt, von wo so viele Menschen, die heute in unserem Landkreis leben, stammen. Menschen, die damals ihre Heimat verloren haben und in ihrer Lebensgeschichte nicht nur veränderte Lebensbedingungen, sondern auch totalen Neuanfang bewältigen mussten. Karin Beißner berichtet in diesem Rundbrief über die Reise.

In weiteren Artikeln stellen Ihnen Gerd Witzel und Mirja Weitze die kommenden Veranstaltungen dieses Jahres vor. Wieder werden Sie unsere beliebten open air Angebote erwarten können. Classik Brass, das Bläseroktett

des Concertinos Göttingen und auch der Jazzfrühschoppen mit der Big Band aus Holzminden werden im Schlosshof Sommerflair verbreiten. Auf Veränderungen in unserem eigenen Beitragsprogramm für das Schloss haben wir uns eingelassen, als wir Mirja Weitzes Vorschlag folgten, doch einmal Musik-Kabarett in der Schlosskapelle anzubieten. Dieses Angebot hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und wird nun schon zum dritten Mal unserem Publikum die Gelegenheit bieten, von Herzen zu lachen und dabei sicher auch humorvoll manche Einsicht in die kleinen Schwächen unsrer Alltagsnöte

zu nehmen. Mirja Weitze gibt uns in Ihrer Ankündigung schon einen kleinen Vorgeschmack.

Einen Besuch beim Rundfunk hat Gerd Witzel für uns eingeleitet und bei dieser Gelegenheit wollen wir unser Schloss und unseren Verein einem großen Hörerkreis bekannt machen. Zu unserem 30 Jahre währendem Schlosseinsatz und seinen Auswirkungen hat Gudrun Reinking in ihrem Beitrag eine Würdigung geschrieben.

Auch für unsere langjährigen Mitglieder eine Gelegenheit, auf die Verwendung gut verwalteter Spenden und Vereinsbeiträge in unserem Schloss zurück zu blicken. Wieder nimmt uns Schlossfreunde Gerd Witzel auf eine Ausstellungsfahrt mit. In diesem Jahr zu der wichtigsten Schau in Deutschland, der Kasseler documenta. Und auch bei diesem Angebot ist es zu einer Veränderung gekommen. Wir haben uns entschlossen, auch die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Bevern zu dieser Fahrt einzuladen und hoffen auf positive Resonanz, nachdem wir doch schon gemeinsam die Reinigung und Restaurierung des südlichen Treppenportals finanziert haben. Wie immer finden Sie auf unserer letzten Seite den Gesamtüberblick über unsere Veranstaltungen im 2. Halbjahr.

 

Klaus-Volker Kempa                                            Elisabeth Kilian

Vorsitzender                                                       Stellv. Vorsitzende

 

Mitgliederreise ins Hirschberger Tal

Die diesjährige Fahrt der Schlossfreunde führte nach Schlesien ins Hirschberger Tal. Erstmalig hatte Gerhard Witzel die Organisation und Reiseleitung übernommen und gleich den Schritt ins nahe Ausland gewagt. Für die Schlossfreunde konnte es eigentlich keine bessere Gegend geben. Denn dort gibt es eine Vielzahl von Schlössern und Herrenhäusern, erbaut im 19. Jahrhundert vom preußischen Hochadel, den die liebliche Landschaft dorthin zog. Auch unser Quartier in Hirschberg-Stonsdorf im Schlosshotel an den Teichen war ”unserer Herkunft angemessen“. Auf unserem Ausflugsprogramm begleitete uns zwei Tage lang Emil Mendyk, unser sehr kompetenter polnischer Reiseführer, der auf keine Frage eine Antwort schuldig blieb. Er versorgte uns unterwegs auf humorvolle Art mit vielen interessanten Informationen über Land und Leute und ließ uns unsere Muttersprache ganz neu erleben. Am ersten Tag ging es nach Krummhübel am Fuße der Schneekoppe, wo nicht nur Rübezahl sein Unwesen trieb, sondern auch Else Ury ihre Nesthäkchen-Bücher schrieb. In Brückenberg, einem Ortsteil, führte uns ein kurzer Fußmarsch zur Stabkirche Wang. Sie wurde im 12. Jahrhundert in Norwegen gebaut und 1841 vom preußischen König FriedrichWilhelm IV. erworben. Dass sie schließlich an dieser Stelle errichtet wurde, ist der Initiative der Gräfin Friederike von Reden zu verdanken. In Agnetendorf konnten die Schlossfreunde Gerhart Hauptmanns Wohnhaus besichtigen. ”Haus Wiesenstein“ war für den Literatur-Nobelpreisträger ein Ort der Arbeit, des Rückzugs und der Erholung, aber auch ein Treffpunkt für Künstler, Literaten und Politiker. Die repräsentative Eingangshalle, auch ”Paradieshalle“ genannt, überraschte mit bunter Ausmalung. Nach der Kaffeepause im stimmungsvollen Park von Schloss Lomnitz führte uns Emil durch die Altstadt von Hirschberg. Baudenkmäler unterschiedlicher Epochen prägen das Bild. Die Laubengänge der Bürgerhäuser rund um den Marktplatz sind typisch für die Stadt. Sie wurden gebaut, damit der Warenhandel auch bei Regen stattfinden konnte. An einer Hausecke ließ uns eine Figur innehalten, ein Stelzenläufer, der aus der Wand tritt. Die Figur symbolisiert das jährliche Straßentheater-Festival. Am Abend schloss sich für einen Teil der Reisegruppe ein Konzertbesuch in der Philharmonie in Hirschberg an mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ludwig van Beethoven. Der zweite Besichtigungstag mit Emil Mendyk führte zunächst nach Schweidnitz zur Friedenskirche, die ihrer geschichtlichen Bedeutung wegen ein Symbol für Frieden und Versöhnung ist. Beeindruckend das Innere, mit 7000 Plätzen gehört sie zu den größten Fachwerkkirchen in Europa und ist seit 2001 Weltkulturerbe.

Als nächstes Ziel steuerte die Gruppe ein weiteres geschichtsträchtiges Bauwerk an, die ”Internationale Begegnungsstätte der Stiftung Kreisau für europäische Verständigung“. Das weitläufige Gut war bis 1945 Familiensitz der Adelsfamilie von Moltke und Gründungsstätte des ”Kreisauer Kreises“. Das nächste Ziel war das imposante Schloss Fürstenstein, das größte Schloss

Schlesiens. Es wurde als Barockbau mit 440 Zimmern 1772 – 1774 errichtet und nach der Wende renoviert. Die wertvolle Inneneinrichtung ging größtenteils verloren. Auf der Rückfahrt nach Hirschberg stand noch die Gnadenkirche auf dem Programm, die wir am ersten Tag wegen des Konzertes nicht gesehen hatten. Sie wurde nach dem Vorbild der Stockholmer Katharinen-Kirche in Form eines griechischen Kreuzes errichtet und bietet 4000 Gläubigen Platz.

Neben vielen Bauwerken, lernten wir auch ein wenig die polnische Küche kennen. Die Mehlsuppe mit Majoran, Knoblauch und gekochten Eiern und das polnische Nationalgericht Bigos aus Kraut und Wurst fanden auch bei uns gute Zustimmung. Und der Wodka gehört zu jeder Mahlzeit – vorher und hinterher – und der schmeckte uns auch!

Viel zu schnell war das lange Wochenende wieder vorbei und die Rückfahrt musste angetreten werden, aber mit noch einem schönen Ziel – Dresden und zwei Stunden Aufenthalt. Für einen Bummel durch die Altstadt und einen Blick in die Frauenkirche bei heißen Temperaturen und einem Abschluss auf den Brühlschen Terrassen reichte die Zeit. Nach einigen Stunden Fahrt kam die erste Reisegruppe der Schlossfreunde wohlbehalten und voller Eindrücke in Bevern an und war sich einig: Nach Reisen mit Karin Koch-Rosner und Klaus- Volker Kempa war auch die Reise mit Gerd Witzel wieder ein Erlebnis. Karin Beißner

 

Seit 30 Jahren bringen wir ”Leben ins Schloss“

Das Weserrenaissance Schloss Bevern hat sicherlich (oder hoffentlich) mehr als 450 Freunde. Aber nur die Mitglieder des Freundeskreises Schloss Bevern dürfen sich als ”wahre Schlossfreunde“ fühlen. Mit ihren Mitgliedsbeiträgen, vor allem aber mit ihrem Interesse an diesem überregional so bedeutenden Baudenkmal ermöglichen sie hier Jahr für Jahr eine lebendige kulturelle Vielfalt – die ohne sie ganz bestimmt nicht angeboten werden könnte. Dazu gehören Konzerte, Theater für Erwachsene und für Kinder, Ausstellungen, Kabarett, Reisen und finanzielle Unterstützungen zu Erhalt und Ausstattung des Schlosses Bevern. In diesen Tagen wird der Verein 30 Jahre ”jung“. Gefeiert wird der runde ”Geburtstag“ zwar nicht, doch er bietet Anlass genug, wieder einmal zurück zu blicken auf die Anfänge, die stetige Entwicklung und die aktuelle Situation der ”Schlossfreunde“.

Viele der heutigen Mitglieder des Freundeskreises werden womöglich gar nicht wissen, vor welchem Hintergrund ihr Verein einmal entstanden ist. Die Geschichte beginnt eigentlich schon ein Jahr früher: Zum 1. Januar 1986 hatte der Flecken Bevern ”sein“ Schloss für den symbolischen Kaufpreis von einer D-Mark an den Landkreis Holzminden übertragen. Nach dem Auszug der Möbelhandlung, die viele Jahre weite Teile des Schlosses ”in Beschlag“ genommen hatte, sollte das bedeutende Baudenkmal zu einem (über-)regionalen Kulturzentrum ausgebaut werden – ein Ziel, das der Flecken allein niemals hätte erreichen können. Andererseits fiel es den ”Gemeindevätern“ aber offenbar nicht leicht, sich vom Schloss zu trennen. Aus dem Rathaus kam letztlich der Anstoß zur Gründung eines Freundeskreises, der den Landkreis bei seinen Bemühungen unterstützen sollte und auf diesem Wege doch noch ”einen Fuß in der Tür“ behalten konnte. Von Anfang an gab sich der Freundeskreis das Motto ”Wir bringen Leben ins Schloss“. Keine hohle Absichtserklärung, sondern eine Aufgabe, die nach und nach immer besser erfüllt werden konnte. Und das stets aus eigener Kraft, also nur mit selbst erwirtschafteten Geldern, ohne öffentliche Zuschüsse! Darauf haben die bisherigen Vorstände stets großen Wert gelegt. Und dennoch hat der Freundeskreis es geschafft, immer wieder erstklassige, hochrangige, außergewöhnliche Veranstaltungen anbieten zu können.

Viele davon gehören mittlerweile zum festen Jahresprogramm des Schlosses. Höhepunkte sind seit Jahren das Klassik-Open-Air, Classic Brass, der Jazzfrühschoppen, Ausstellungsfahrten, Kindertheater im Sommer und im Winter sowie das Adventskonzert beim Beveraner Weihnachtsmarkt. Daneben gibt es Angebote speziell für die Mitglieder wie den Kaminnachmittag oder die Reisen. Und ohne die finanzielle Hilfe des Freundeskreises gäbe es vermutlich die jährlichen Aufführungen der bremer shakespeare Company im Schlossinnenhof schon lange nicht mehr... Ein Meisterkonzert im Jahr sponsert der Verein ebenfalls. Große Spendensummen flossen zudem in verschiedene Projekte zur Schloss-Sanierung, der Freundeskreis übernahm Kosten für Stühle, Kissen, Beleuchtung, Ruhebänke und vieles mehr. Auf jeden Fall haben die Schlossfreunde bewiesen, dass sie stets ganz dicht am Puls der Kulturinteressierten der Region waren und sind. So wurde das jährliche Veranstaltungsangebot sacht, aber gekonnt verändert, ja man könnte sagen ”verjüngt“. Die (Musik-) Kabarettveranstaltungen in der Vorweihnachtszeit sind ein schönes Beispiel dafür. Bei vielen Gelegenheiten – spätestens regelmäßig in den Jahreshauptversammlungen – wird das Engagement des Freundeskreises auch vom ”Schlossherrn“, dem Landkreis, gelobt. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wissen ganz genau, was sie an den Schlossfreunden haben und wie groß deren Beitrag an der Gestaltung eines ”lebendigen“ Schlosses ist. Doch in Zeiten knapper Kassen – und die sind nicht erst jetzt angebrochen – wird das kommunale Engagement im Bereich Kultur immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Die Gemeinschaft der Schlossfreunde ist dann wie ein Signal an die Entscheidungsträger zu sehen, den Wert von Kultur und Kulturdenkmälern nicht herabzusetzen.

Gudrun Reinking

 

Elisabeth Kilian: Schlossgeschichten

”wenn es nur bis auf den Grund brennen würde“ – die Hinrichtung auf dem Hof und andere Anekdoten . . . Mit kleinen Erzählungen aus dem Leben im Schloss wollen wir unseren Rundbrief unterhaltsam machen. Auch mein neues Angebot unter den Schlossführungen, die Anekdotenführung, die ich ab und zu anbiete, stellt Ereignisse und Überlieferungen aus der 400 jährigen

Schlossgeschichte in den Mittelpunkt der Führung. Kommen Sie doch einmal mit auf so eine kleine Zeitreise: Der Aufruhr, den Schreiber Stoppel im August des Jahres 1839 anzettelte, sollte zur Befreiung der Häftlinge der damaligen im Schloss eingerichteten Korrektionsanstalt führen. Sein Plan sah vor, Beamte und Angestellte der Besserungsanstalt mitsamt ihren Familien des Nachts aus den Betten zu holen, in die im Schloss befindlichen Arrestzellen einzusperren und nach der Befreiung der Corrigenden das Schloss in Brand zu setzen, um so ausreichende Zeit für die Flucht der Häftlinge zu gewinnen. Das Leben der Eingeschlossenen war in höchster Bedrängnis, denn tatsächlich war Feuer gelegt worden. Aber der Plan misslang, da durch einen glücklichen Umstand das Feuer rechtzeitig bemerkt worden war und gelöscht werden konnte. Auch wenn es – der Überlieferung nach – dem Gemeindevorsteher Höltje recht begrüßenswert gewesen wäre, wenn die verrufene Anstalt abbrannte und aus dem Ort kam. Sie kennen ja den Spruch: ”Wenn du nicht artig bist, kommst du nach Bevern“.

Unser Schloss ist im Laufe der Jahrhunderte mehrfach neuen Nutzungen unterworfen worden, die dem Erhalt des wertvollen Gebäudes dienten. Und immer wieder war dieser Erhalt doch gefährdet. Besonders kritische Momente gab es während der schweren Zeit des 30 jährigen Krieges. Zweimal bedrohten feindliche Truppen Ort und Schloss. Der alte Schlosserbauer Statius von Münchhausen lebte noch, als 1627 die kaiserlichen Truppen brennend und plündernd durch die braunschweigischen Lande zogen und schließlich auch Bevern bedrohten. Mit seinen guten Beziehungen und einer kräftigen Geldzulage konnte Münchhausen aber Dorf und Schloss vor dem Verderben retten. Schon sieben Jahre später, der Krieg hatte immer noch kein Ende genommen, war es schließlich ein Hauptmann Glaser, der, einem höchsten Befehl zuwider, das Schloss, welches er zu verteidigen beordert war, kampflos den Feinden überließ und so vor der Zerstörung bewahrte. Nach dem Ende des Krieges war das Schloss in den Besitz des Herzogshauses übergegangen. Wieder stand die Frage des weiteren Erhaltes an. Und nun begann eine kurze, sehr illustre Zeit im Leben des Schlosses, die andererseits auch der Sonderlichkeiten nicht entbehrte. Als nach dem Tod des dreimal verheirateten Landesherren, Herzog August von Braunschweig und Lüneburg,

der Erbvergleich stattfand, entstand eine für Bevern sehr schwierige Situation. Im Land Braunschweig folgte der älteste Sohn, Herzog Rudolf August, auf dem Thron und war somit auch regierender Fürst und Landesherr in Bevern. Sein Stiefbruder Ferdinand Albrecht, der einen Anteil am Herzogtum erwartet hatte und regierungsfähig erzogen worden war, erhielt lediglich Schloss Bevern als Residenz und künftigen Sitz einer eigenen, neuen Linie des Hauses Braunschweig - Lüneburg. Das bedeutete ganz konkret für den neuen Potentaten des Herzoghauses, dass er wohl in Schloss und Garten Fürst mit eigener Gerichtsbarkeit war, dass aber schon auf dem Schlossplatz seine Befugnisse endeten. Trat er aus dem Eingangstor heraus auf den Wirtschaftshof des Schlosses, befand er sich im Herzoglich Braunschweigischen Amt Bevern. Auch aus heutiger Sicht eine nachvollziehbar deprimierende Situation, aus der tatsächlich ständige Konflikte mit dem Amtmann und seinem regierenden Bruder in Wolfenbüttel hervorgingen. Die äußerst starke Begrenzung seiner Entfaltungsmöglichkeiten

führte so zu stärkerem Drang des Herzogs, im beschränkten Bereich seines Hofstaates seine Machtvollkommenheit anzuwenden. Ferdinand Albrecht drangsalierte seine Diener und Untergebenen. Er soll unerbittliche Aufsicht geübt haben, überwachte auch als gestrenger ”Hausvater“ die Moral seiner Dienerschaft und strafte Fehltritte mit übermäßiger Strenge. Aus dieser Haltung heraus ist es dann auch zu dem unglaublichen Zwischenfall gekommen, der zu einer Enthauptung auf dem Schlosshof führte. Was war geschehen? Dem Hofmeister der winzigen Schlossresidenz – sein Titel war Burggraf – also wohl dem höchst stehenden ”Untertan“ des Herzogs, löste sich beim Reinigen einer Pistole ein Schuss aus dem Lauf und tötete den Leibdiener des Herzogs. Dieser Zwischenfall oder Unfall veranlasste Ferdinand Albrecht dazu, ein Halsgericht aufzuführen, in welchem er den unglücklichen Burggrafen zum Tode verurteilte. Am Karfreitag nach dem Gerichtsprozess, den man vielleicht auch als Schauprozess ansehen kann, hatte ein Scharfrichter dem Verurteilten erst die rechte Hand und dann den Kopf abzuschlagen. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie sich dieses drastische Geschehen auf die Gemüter der ganzen versammelten Schlossgemeinschaft gelegt hat. Heute sind diese Vorfälle von anderen Zeitläuften überholt worden und in Vergessenheit geraten. Die Bedürfnisse unserer Zeit haben das Schloss zu einem lebendigen Kulturzentrum des Landkreises gewandelt, in dem Mord und Totschlag allenfalls auf der Bühne der shakespeare company stattfinden. Die Sorge des Erhaltes des wertvollen Gebäudes jedoch hat sich nicht gemindert. Open-Air-Konzerte hoffentlich wieder draußen Nachdem wir 2016 bei besten Bedingungen alle Veranstaltungen im schönen Schlosshof genießen konnten, hoffen wir natürlich, dass der Wettergott uns auch in diesem Jahr wieder hold sein wird. Am 23. Juli, 17:00Uhr, werden zum siebten Mal die Münchner Weltklasse-Bläser von ”Classic Brass“ unter ihren Gründer und Leiter Jürgen Gröblehner den Auftakt gestalten. Classic Brass hat inzwischen eine grosse Fangemeinde im Weserbergland gefunden und von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher angezogen. Im letzten Sommer spielten das Blechbläser-Ensemble vor der Rekord-Kulisse von über 300 begeisterten Besuchern. Karten im Vorverkauf zum ermäßigten ” Mitgliederpreis“ von 12€ gibt es beim Stadtmarketing in Holzminen, Am Markt (Telefon 05531-992960) und im Schloss in der Erlebniswelt Renaissance (Telefon 05531 - 1216436).

Zum traditionellen Jazz-Frühschoppen am 27. August, 11:00 Uhr, steht ein weiteres ”Highlight“ im Schlossinnenhof auf dem Programm. Nach dem überragenden Besuch bei Kaiserwetter im letzten Jahr mit der Bigband Holzminden haben wir spontan diese großartige Band unter dem Leiter der Musikschule Holzminden Alexander Käberich für einen erneuten Auftritt gewinnen können.

Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind willkommen. (gw).

 

Frauen und Technik:

”bohren to be wild“

Mirja Weitze: Musik-Kabarett und Theater für Kinder Nach ihrem Erfolgsprogramm ”Die Tupperparty“ führt das Trio Creme Double mit ihrer neuen Kabarett-Show ”Frauen und Technik“ mit viel Musik, skurrilen Tanzeinlagen und Selbstironie durch einen unterhaltsamen Abend. Dabei geht es nicht nur um die grundsätzliche überlegung: ”Frauen und Technik – geht das überhaupt?“, sondern auch um existenzielle Fragen des Miteinanders zwischen Mann und Frau wie: ”Können Frauen auch Männchen machen?“ Dennoch werden nicht nur die üblichen Klischees bedient. Nein, ganz neue! Bei ”Frauen und Technik“ scheiden sich die Geister – besonders die männlichen: Frauen, die den Männern zeigen, wo der Hammer hängt. Unterdrückte Männer, die ihre Nischen nur noch in Modelleisenbahnen und Bundesliga auf Großbildleinwand zu finden glauben. Ein Frauenprogramm? – Na klar, aber auch für ihn! Immerhin sind die zwei Hauptinteressen des Mannes vereint in einem Programm: Frauen und Technik! Ob Frauen und Technik zusammen geht, ist überhaupt keine Frage – muss ja, wenn alles eine Frage der Technik ist!

Schauspiel / Gesang: Katrin Orth, Tine Schoch, Ralf Siebenand

Karten im VVK (Kulturzentrum Schloss Bevern / Erlebniswelt Renaissance im Schloss Bevern (Telefon 05531/1216436) und beim Stadtmarketing am Markt in Holzminden (Tel. 05531/992960) und an der Abendkasse (1 Stunde vor Beginn), 18Euro pro Person, 15Euro für Mitglieder des FK Schloss Bevern, freie Platzwahl –

Karten werden ab Ende August zu ordern sein!!

 

Theaterveranstaltung für Kinder (und Erwachsene) des Freundeskreises

Mit Theater für Kinder will der Freundeskreis schon früh nicht nur ein altersgerechtes Angebot unterbreiten, sondern für junge Menschen das Schloss schon frühzeitig erlebbar machen. Daher bringen wir - außerhalb der

Ferienzeiten - ein anspruchsvolles Theaterprogramm auf die Bühne der Schlosskapelle und haben damit begonnen, eine kleine Fortsetzungsreihe von bekannten und hervorragenden Theaterakteuren zu starten und diese Akteure nach Bevern einzuladen.

Das regional bekannte ”Theater der Nacht“ aus Northeim gehört definitiv dazu, hat bereits im letzten Jahr einen Besucherrekord für seine Veranstaltung erzielt und – kommt wieder: Am Donnerstag, 30. November 2017, bringt das ”Theater der Nacht“ ab 16 Uhr das Stück ”Däumelinchen“ auf die Bühne der Schlosskapelle.

Wir hoffen auch hier, dass Sie wieder nach Bevern zu dieser sicherlich hochkarätigen Theaterdarbietung kommen und Ihre Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder, . . . mitbringen.

Karten sind am Veranstaltungstag ab 15Uhr zu 5Euro pro Person zu erhalten; die Platzwahl ist wie immer frei und für die Kinder ist vor der Bühne ein großer Teppich zum nahen Zuschauen vorgesehen.

Erwachsene, weitere Freunde und Bekannte – jeder ist herzlich willkommen, denn auch Kindertheater dieser Art kann und wird nicht nur Kinderherzen berühren!!

 

”Inspirierend, verstörend, aufrüttelnd“

Schlossfreunde fahren gemeinsam mit Mitgliedern des Heimat-und Kulturvereins Bevern zur ”documenta 14“ Am 10. Juni hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die weltweit wichtigste Schau zeitgenössischer Kunst, die ”documenta 14“ eröffnet. Die internationale Kunstwelt versammelt sich seitdem in Kassel.

Hauptthemen der Ausstellung sind Flucht, Unterdrückung, Unsicherheit und Gewalt. Die Entscheidung für das Ziel unserer diesjährigen ”Ausstellungsfahrt“ lag daher nahe. Am 19. August wollen wir uns dieses nur alle fünf Jahre stattfindende Ereignis natürlich nicht entgehen lassen. Mehr als 160 Künstler präsentieren an verschiedenen Orten ihre Werke. Wie immer ist die documenta hochpolitisch und beschäftigt sich mit den dringenden sozialen Fragen unserer Zeit.Wir haben uns für die Gruppenführungen (jeweils 15 Personen) für den Hauptausstellungsort ”Fridericianum“ entschieden.

Die gemeinsame Busfahrt nach Kassel am 19.August beginnt um 10:00Uhr in Bevern am Schloss, ein Zustieg ist auch um 10:15Uhr an der Bushaltestelle Stadthalle in Holzminden möglich. Rückfahrt ab Kassel um 17:00Uhr.

Im Teilnehmerpreis in Höhe von 45€ sind die Buskosten, der Eintrittspreis von 22€ und die Kosten für die Führung (170€ pro Gruppe) enthalten. Zu der Fahrt lädt der Freundeskreis auch interessierte Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Bevern ein.

Anmeldungen bitte bei Gerhard Witzel (gerdwitzel@aol.com, Telefon 05531-8386)

 

 

Schlossfreunde live in der NDR-Plattenkiste

Nach dem Marketing-Grundsatz ”Tue Gutes – und rede darüber“ nutzt der Vorstand des Freundeskreises einen Live-Auftritt im beliebtesten Rundfunksender im Norddeutschen Raum. Am 27. Juli werden Vorsitzender

Klaus-Volker Kempa, stellvertretende Vorsitzende Elisabeth Kilian und GerhardWitzel einem großen Publikum über ”unser“ Schloss in Bevern und über die wichtigen Aufgaben des Freundeskreises für die Kulturarbeit im Landkreis Holzminden Rede und Antwort stehen. Die NDR-Plattenkiste mit musikalischen Wunschtiteln der Beteiligten wird am 27. Juli von 12:00Uhr bis 13:00Uhr aus dem NDR1-Studio Hannover ausgestrahlt. (gw)

 

Mitgliederentwicklung

Als neue Mitglieder begrüßen wir

Marianneund Dieter Glitz, Marie-Luise Niegel, Gunter Dietz, Dieter Sälzer, Rosemarie Eichler, Eleonore Roth-Schütz und Dr. Helmut Roth, Henriette Albrecht und Renate Schoppmann.

 

Verstorben sind

Dr. Helmut Radvan, Gerhard Wittenberg, Ingeborg Ehrhardt, Thomas Veil, Horst Grupe, Wulf Spendlin, Dr. Holger Augustin, Irene Engelhardt und Helga Ziemer. Wir werden unsere verstorbenen Mitglieder in dankbarer Erinnerung behalten.

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